Modernisierung unserer Produktion: Unsere Transferstraße wird zur Straße der Erinnerung

Im ersten Halbjahr 2021 wurde unsere Transferstraße abgebaut – nach 25 Jahren. Die Anlage war in die Jahre gekommen und bereits durch neue Maschinen ersetzt, die dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Für einige Kolleginnen und Kollegen weckt der Abbau Erinnerungen und lässt ein bisschen Wehmut aufkommen– begleitete die Anlage sie doch viele Jahre und war fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Daher wollen wir unsere treue Transferstraße hier noch einmal in den Mittelpunkt stellen, ihre Geschichte erzählen und einige Wegbegleiter zu Wort kommen lassen.

Eine Anlage mit Geschichte

Bauzaun mit Erinnerungen beim Abbau der Transferstraße.

Einige Kollegen aus der Fertigung hängten zum Abbau der Transferstraße Erinnerungen rund um die Anlage an einen Bauzaun. © GEZE GmbH

Die 1995 errichtete Transferstraße wurde zur Produktion unserer Standard-Gehäuse der Türschließer TS 4000, TS 5000 und TS 3000 genutzt. Produziert wurde im 3-Schicht-Betrieb und mit jeweils einem Bediener sowie ein bis zwei Einrichtern im Einsatz. Im Laufe der Jahre wurde die Produktionsanlage immer wieder gewartet und optimiert. Beispielsweise wurden eine Piller-Einheit und Roboter zur automatischen Materialzuführung integriert.

Doch warum wurde die Transferstraße überhaupt angeschafft? Ganz klar: um die Effizienz in der Produktion zu erhöhen und Prozesse zu optimieren. Zuvor wurden die OTS-Gehäuse auf mehreren einzelnen Maschinen gefertigt – das war mit steigenden Stückzahlen zwar wirtschaftlich, aber nicht mehr sinnvoll. Mit der Transferstraße konnten die einzelnen Produktionsschritte zusammengeführt und der Prozess damit insgesamt verschlankt werden.

Bye-bye: Ein Stück GEZE-Geschichte wird abgebaut

Abbau der Transferstraße in der GEZE-Produktion.

Der Abbau der beliebten Transferstraße in der GEZE-Produktion dauert fast drei Wochen. © GEZE GmbH

Das Ende der beliebten Transferstraße hat sich bereits in den letzten Jahren abgezeichnet. Seit Ende 2019 war sie nicht mehr im Betrieb. Die aufwendige Ersatzteilversorgung und die hohen Instandhaltungskosten rechneten sich nicht mehr. Zudem war die Anlage etwas in die Jahre gekommen und bereits durch neue Maschinen ersetzt, die dem aktuellen Stand der Technik entsprechen.

Dieses Frühjahr war es dann so weit: Anfang des Jahres 2021 trennten wir uns endgültig von der Anlage. Für den Abbau waren acht Personen fast drei Wochen und täglich zehn Stunden im Einsatz. Einige Teile wurden recycelt, andere verschrottet. Zurück bleibt eine ca. 250 qm große Fläche, die vorübergehend als Supermarkt für verschiedene Produkte und als Lagerfläche genutzt wird. Das gesamte Fertigungs-Team schaut etwas wehmütig auf den endgültigen Abschied von der Transferstraße – schließlich sind in den letzten Jahren viel Zeit, Schweiß und Herzblut in die Anlage geflossen. Dennoch wissen die Mitarbeiter auch jetzt schon die Vorteile der neuen Maschinen zu schätzen, die unsere Produktion noch effizienter machen.

Viel erlebt in fast 25 Jahren

Skurril, lustig, emotional: Die Transferstraße war fast 25 Jahre Teil des Arbeitsalltags von einigen Kolleginnen und Kollegen. Klar, dass sich da im Laufe der Zeit einige Geschichten und Anekdoten rund um die Anlage angesammelt haben:

links im Bild: Robert Keuerleber, Maschineneinrichter und stellv. Teamleiter

Robert Keuerleber (links im Bild), Maschineneinrichter und stellv. Teamleiter, wurde nach seiner Ausbildung im Jahr 2002 an der Transferstraße als Jungfacharbeiter in der Funktion als Einrichter eingesetzt.

„Die Transferstraße war meine erste Station nach der Ausbildung. Das ganze Team war sehr hilfsbereit und freundlich – das hat die komplexe Einarbeitung erleichtert. Die Anlage war lange Zeit das Herzstück der Gehäusefertigung – daher ist man stolz, an der Maschine gearbeitet zu haben. Ich habe bei meiner Arbeit an der Transferstraße viele neue technischen Dinge gelernt, die ich später auch in anderen Bereichen sehr gut einsetzen konnte.“

Ciro Perrotti, Maschinenbediener an der Transferstraße

Ciro Perrotti gehört seit 1992 zum GEZE-Team: Er war Maschinenbediener an der Transferstraße der ersten Stunde und kannte sie in- und auswendig!

„Ich erinnere mich sehr gut an die Reinigungsaktionen der Transferstraße – hier waren alle immer mit ganzem Körpereinsatz dabei. Insgesamt war die Arbeit an der Anlage geprägt von gutem Teamwork und einer vertrauensvollen Zusammenarbeit. Jeder hat dem anderen geholfen und es wurden viele Verbesserungen gemeinsam mit den Einrichtern erarbeitet und umgesetzt.“ 

Silvestro Militello, Maschinenbediener

Silvestro Militello, Maschinenbediener, ist bereits seit Mai 1998 im Unternehmen und von Beginn an Teil des Transferstraßen-Teams. Er hat die Anlage eigenständig am Laufen gehalten.

„Ich erinnere mich sehr gut an die Reinigungsaktionen der Transferstraße – hier waren alle immer mit ganzem Körpereinsatz dabei. Insgesamt war die Arbeit an der Anlage geprägt von gutem Teamwork und einer vertrauensvollen Zusammenarbeit. Jeder hat dem anderen geholfen und es wurden viele Verbesserungen gemein sam mit den Einrichtern erarbeitet und umgesetzt.“

Paul Jacob, Einsteller an der Transferstraße

Paul Jacob ist bereits seit September 1985 Teil des GEZE-Teams. Er war von Anfang an als Einsteller an der Transferstraße im Einsatz und hat diese jahrelang als alleiniger Einrichter in der Nachtschicht betreut und am Laufen gehalten

„Transferstraße heißt für mich 25 Jahre mit Höhen und Tiefen, Tränen und Schweiß, aber auch Freude, so lange daran gearbeitet zu haben. Die Anlage war bei GEZE die erste komplett verkettete Fertigungsmaschine mit sehr komplexen Abläufen, die einen oftmals vor neue Aufgaben stellte. Sie war aber auch eine solide und gutmütige Maschine, die den ein oder anderen Fehler durch Einrichter oder Bediener verzeihen konnte. Die Maschine sollte am besten 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche laufen, was sie im Herbst 1997 auch tat: Da produzierte sie 7 Wochen am Stück rund um die Uhr Gehäuse.“